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Von Säuen und von Pferden , nine eleven

Die Sau rauslassen ? Nein.
Aber das Pferd ?

Museumsbesuch
Dieses lange Warten, es bringt einen manchmal auf dumme Gedanken. Dies­mal kam es aber noch schlimmer : Nix als Schweinereien, überall, rundher­um..
Ich weiß nicht wie es gekommen ist, jedenfalls grunzte und quiekte es um mich herum, in mir sogar und selbst aus mir heraus.
Wirklich, war ich selber eins ?
Ein Schwein ?

Um das beängstigende Vieh loszuwerden wollte ich die Sau rauslassen, aber wir waren gerade zu Besuch und da ging es nicht.
Also blieb sie drin.
Die Sau.

Wir waren in einem Gebäude, eine Art Werkhalle, alles weiß getüncht, Cho­pin aus versteckten Lautsprechern. Leichter Terpentin-Geruch.

Und da waren sie : Annagelt an den Wänden, eingeklemmt in den Ecken, sperrig, mitten im Weg.

Nein, es waren nicht nur Schweine, es waren ihre Geister, ihre Träume viel­leicht. Masken, Fetische, Totem-Seelen. Abgesondert aus den Gehirnen ein­samer Menschen, alles in Tiergestalt.

Und Schweine.
Ganze Welten, für und von Schweinen, Menschenschweinen.

Wie gesagt, die Sau blieb drinne, eingesperrt im Museum.
Das lag zum Teil auch an meiner Verklemmtheit und meiner Angst es zu wa­gen, sie wirklich mal raus zu lassen.
Wie benimmt man sich, wenn man auf Reisen ist ?
Passt man sich überall aalglatt an, so wie ein Handelsvertreter ?
Dringt man ein wie ein Krankheitskeim, unbemerkt, ohne gleich virulent zu werden ?
Tänzelt man wie eine Primaballerina, heischend nach Applaus ?
Protzt man heraus, wie ein Werbespot ?

Jeder Fetisch der mir da begegnete spielte eine dieser verschiedenen Rollen.
Ich bin eine Fusselbürste in der sich alle erdenklichen bunten Fransen ein-gehäkelt haben. Und es ist immer wieder eine andere der Fransen, die da singt, grunzt, flucht, redet oder argumentiert, wenn das Wörtchen ICH aus meinem Mund flutscht.

Welches dieser verschieden Ichs ist es, der die das etwas daraus machen soll ?

Lektion
Jetzt, am 11. September, bin ich hier, eine Station weiter. Wieder einge­klemmt im Warten.
Aber diesmal ist es kein Warten, es ist Schufterei.
Hier, auf Station Nummer 23, da wohnt ein Raphael der uns mit den Pferden gesehen hat, und der sah, dass wir alles mit ihnen falsch machten. Beson­ders ich.
Er brummte uns eine Übung nach der anderen auf. Zeremonien mit den Pfer­den durcharbeiten, sich abquälen und von neuem beginnen. Zum Glück nicht zu lange, das eine Ross hat die Hufrehe. Hatte sich die vergangenen Wo­chen im Nichtstun gesuhlt und zu sehr gefüllt.
Offen gestanden, ich war noch nie ein Pferdenarr gewesen. Für mich sind das Bomben auf vier Beinen.
Aber jetzt bin ich gezwungen mit ihnen zu leben, denn sie sind nun einmal da, und ich will was von ihnen. Sie von mir ? Rein gar nichts ! Deswegen muss ich ihre Sprache lernen und nicht sie die meine. Wo schon alles in Franze abläuft, sogar die Träume schon.
Scheiße ! Die Sau will raus !
Nein, eher will ich in Ruhe gelassen werden, so wie ein Pferd. Das will auch seine Ruhe haben und nicht andauernd herumgeschubst werden.
Raphael ist ein Rossfan. Er hat uns seine Bibel angedreht. Das Buch ist von einem Pat Parelli und heißt „Natural Hors-Man-Ship“. Dort steht das drinne.
Also, wieso die Gäule aus ihrer Ruhe raus-reißen ?
Klar, ich will sie vor meinen Karren spannen.
Und das kostet was.
Jetzt bin ich am Grübeln und am Studieren und lerne, dass ich mich nicht wie ein Jäger benehmen soll, aber auch nicht wie ein Gejagter. Sondern wie ein Mitglied der Herde. Aber bitteschön, wie das Leittier !
Mach das mal, lieber oswald. Wo ich mich schon immer klein zu schreiben versuchte.
Scheiße, die Sau will raus !
Fluchtverhalten ?
Ich muss da durch.
Die Sau rauslassen ? Nein !
Und das Pferd ?
Geht auch nicht, muss im Zaum gehalten werden.
Was tun ?
Ich glaub, ich muss noch viel, viel lernen.
Reisen heißt Fahren.
Fahren ist Erfahren.

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